Probleme mit den Kiefergelenken?

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Falscher Biss macht Schmerzen

Falscher Biss macht Schmerzen

Zahnärztin Dr. Joana Schönberger hat eine Zusatzausbildung zur Behandlung von Erkrankungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur absolviert. Mehr Informationen zur Beseitigung von Schmerzen durch eine falsche Bisslage finden Sie auf eine speziellen Website zu diesem Thema:
Jig-Schienen

Die Behandlung von Erkrankungen des Kauapparates

Schläfen- und Ohrenschmerzen sind häufige Symptome bei Kiefergelenksproblemen
Schläfen- und Ohrenschmerzen sind häufige Symptome bei Kiefergelenksproblemen
Kommt Ihnen das bekannt vor?
  • Sie wachen morgens auf und fühlen sich wie gerädert

  • Sie haben Kopfschmerzen, Ihr Nacken ist verspannt und Ihre Schläfen tun weh
  • 
um Ihren Kiefer in Gang zu bringen, müssen Sie erst einmal Ihre Wangen massieren

  • wenn Sie den Mund weit öffnen, knackt es in den Kiefergelenken

  • vielleicht haben Sie auch Ohrenschmerzen und Ihre Zähne sind empfindlich gegen Kälte

Diese Symptome deuten darauf hin, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen oder pressen! Die vermeintlichen Ohrenschmerzen sind häufig Schmerzen des Kiefergelenks, das direkt vor dem Ohr liegt. 

Die häufigsten Ursachen für Kiefergelenk-Erkrankungen

Fehlstellungen der Kiefer und Zähne

Alles, was vom normalen Zusammenbiss der Zähne abweicht, kann Auslöser für Zähneknirschen und -pressen sein:
  • Zahnwanderungen und Kippung der Zähne nach Zahnverlust
  • zu hoch oder falsch gestaltete Füllungen und Zahnersatz 
  • unregelmäßige Zahnstellung nach kieferorthopädischer Behandlung
  • genetisch (erblich) bedingte Entwicklungsstörungen der Kiefer 
Aber: Nicht jeder, der falsch stehende Zähne oder Kiefer hat, knirscht! Viele Menschen können völlig problemlos damit leben. Andererseits gibt es Patienten, bei denen schon kleinste Unregelmäßigkeiten im Mund Zähneknirschen und Pressen hervorrufen. Bei diesen Menschen sind Stress und seelische Belastungen die Auslöser.

Stress und seelische Belastungen

Bei den inneren Ursachen für Zähneknirschen und -pressen unterscheidet man vier Arten:
  • Kurzzeitiger Stress: Zum Beispiel vor einer Prüfung oder einem Einstellungs-Gespräch
  • Anhäufung von belastenden Erlebnissen wie Tod eines nahestehenden Menschen, Scheidung, Entlassung, Insolvenz 
  • Dauerhafte seelische Belastung wie z.B. eine unglückliche Beziehung, Stress am Arbeitsplatz, Sorgen wegen der Kinder
  • Ungünstiges psychisches Grundmuster: Dabei handelt es sich um Menschen, die bildlich gesprochen "alles in sich hineinfressen". Sie können ihren Gefühlen keinen freien Lauf lassen, trauen sich nicht, sich zu wehren und fühlen sich oft ohnmächtig ausgeliefert.

Die mögliche Folge: Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet man das gestörte Zusammenspiel von Zähnen, Kaumuskulatur und Kiefergelenken. Sie äußert sich häufig in Zähneknirschen, Zähnepressen und manchmal Zungenpressen.
Dadurch können die Zähne stark abgenutzt und empfindlich gegen Kälte werden. Das Zahnfleisch kann zurück gehen. Als häufige Symptome treten Kiefergelenkknacken, Schmerzen in Ohren und Schläfen und Verspannungen der Nacken-Muskulatur auf.

Hilfe bei Kiefergelenkknacken und Bruxismus

Aufbiss-Schienen ("Knirscherschienen")

Sog. Aufbiss-Schiene, die Störkontakte zwischen den Zähnen ausgleicht und damit Zähneknirschen und -pressen verhindert.
Sog. Aufbiss-Schiene, die Störkontakte zwischen den Zähnen ausgleicht und damit Zähneknirschen und -pressen verhindert.
Das sind harte oder weiche Folien aus Kunststoff, die auf die Zähne eines Kiefers gesteckt werden und meistens nur nachts getragen werden. Der Zweck dieser Schienen ist es
  • Störkontakte auszugleichen
  • den Unterkiefer in eine stabile Position zu bringen
  • Kiefergelenke und Kaumuskulatur zu entlasten
  • Pressen und Knirschen zu verhindern
Eine besondere Schienenform sind sog. Jig-Schienen: Sie haben im Bereich der oberen Schneidezähne einen sog. Aufbiss-Tisch ("Jig"). Beim Zusammenbiss haben nur die unteren Schneidezähne Kontakt mit der Schiene. Die anderen Zähne hängen sozusagen "in der Luft"

Mit solchen Schienen werden oft erstaunlich schnelle und deutliche Verbesserungen erzielt. Natürlich müssen vorhandene Störkontakte und Fehlstellungen später dauerhaft korrigiert werden, z.B. durch neue Füllungen, exakt sitzenden Zahnersatz oder eine kieferorthopädische Behandlung.

Anleitung zu Massage-Übungen

Wenn die Kaumuskeln durch Knirschen und Pressen übersäuert, verhärtet und schmerzhaft sind, können Sie diese Muskeln durch spezielle Massage-Übungen wieder entspannen. Fehlfunktionen des Kausystems können ebenfalls durch bestimmte Übungen korrigiert werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie solche Übungen selbst durchführen können.

Überweisung an Physiotherapeuten

Funktionsstörungen im Kauapparat können auch durch Fehlhaltungen des Körpers hervorgerufen werden oder solche verstärken. Wenn Haltungs- oder andere orthopädische Probleme vorliegen, müssen oft Behandlungen durch einen Physiotherapeuten oder Osteopathen dazukommen.

Medikamente gegen akute Schmerzen

In schweren Fällen kann es notwendig sein, dass wir Ihnen vorübergehend spezielle Medikamente verordnen, welche Ihre akuten Beschwerden in Kiefergelenken und Kaumuskulatur lindern.

Persönliches Gespräch

Wenn die Hauptursache für die CMD in einer seelischen Belastung liegt, werden wir Ihnen empfehlen, entsprechende professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Stress und schwierige Lebenssituationen können jeden treffen und haben nichts mit „Psycho“ zu tun. Es ist kein Makel, Hilfe von außen anzunehmen, um wieder sein seelisches Gleichgewicht zu finden.

Häufige Fragen zur Kiefergelenk-Behandlung

Was sind typische Anzeichen für Kiefergelenksprobleme?

Kiefergelenksprobleme (in der Fachsprache: Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD) äußern sich oft auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig – und werden daher nicht immer sofort mit dem Kiefer in Verbindung gebracht:

  • Knacken, Reiben oder Schmerzen beim Öffnen und Schließen des Mundes
  • Eingeschränkte Mundöffnung oder das Gefühl, der Kiefer klemmt
  • Morgendliche Kiefer-, Kopf- oder Nackenschmerzen
  • Spannungskopfschmerzen, die mit Schmerzmitteln kaum beherrschbar sind
  • Schmerzen oder Druckgefühl in den Ohren (ohne Erkältung)
  • Abgeflachte, abgebrochene oder ungewöhnlich empfindliche Zähne
  • Schlafstörungen oder unausgeschlafenes Aufwachen

Wenn Sie mehrere dieser Beschwerden kennen, lohnt sich ein Termin in unserer Praxis – oft steckt ein Kiefergelenksproblem dahinter, das sich gut behandeln lässt.

Was ist Bruxismus – und welche Schäden richtet Zähneknirschen an?

Bruxismus ist das unbewusste Knirschen und Pressen mit den Zähnen, meist nachts im Schlaf. Viele Betroffene wissen gar nichts davon – es sind oft Partner oder ein aufmerksamer Zahnarzt, der die Spuren als Erster entdeckt.

Die Kräfte, die beim nächtlichen Knirschen entstehen, sind enorm: Sie können ein Vielfaches der normalen Kaukraft erreichen. Das richtet mit der Zeit erhebliche Schäden an:

  • Abschliff der Zahnoberflächen – Zähne werden kürzer und flacher
  • Mikrorisse im Zahnschmelz, die zu Empfindlichkeit und schließlich zu Zahnbrüchen führen können
  • Verschleiß und Überlastung der Kiefergelenke
  • Verspannungen der Kaumuskulatur mit Ausstrahlung in Kopf, Nacken und Schultern
  • Beschädigte Füllungen, Kronen und anderen Zahnersatz

Je früher Bruxismus erkannt und behandelt wird, desto mehr Zahnsubstanz lässt sich erhalten.

Wie wird eine Aufbissschiene hergestellt und wie wirkt sie?

Eine individuelle Aufbissschiene wird exakt nach den Maßen Ihres Gebisses angefertigt: Zunächst nehmen wir präzise Abformungen beider Kiefer, aus denen ein zahntechnisches Labor die Schiene aus hartem oder weichem Kunststoff herstellt. Die Fertigstellung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.

Die Schiene wird über den Zähnen des Ober- oder Unterkiefers getragen – meist nachts. Sie wirkt auf zwei Ebenen:

  • Sie schützt die Zahnoberflächen vor dem direkten Abschliff beim Knirschen.
  • Sie entspannt durch ihre definierte Bisslage die überanstrengten Kaumuskeln und entlastet das Kiefergelenk.

Viele Patienten berichten schon nach kurzer Tragedauer von deutlich weniger Kopfschmerzen, besserem Schlaf und einem entspannteren Kiefergefühl am Morgen.

Können Kiefergelenksprobleme auch andere körperliche Beschwerden verursachen?

Ja – und das wird oft unterschätzt. Das Kiefergelenk ist über Muskeln und Nerven eng mit dem gesamten Kopf-Hals-Bereich verbunden. Eine Fehlfunktion kann sich daher weit über den Mund hinaus auswirken:

  • Chronische Kopfschmerzen und Migräne
  • Schmerzen und Verspannungen in Nacken, Schultern und Rücken
  • Ohrgeräusche (Tinnitus) oder Druckgefühl im Ohr
  • Schwindel und Gleichgewichtsprobleme
  • Schlafstörungen durch nächtliche Kieferaktivität

Da diese Beschwerden auf den ersten Blick nichts mit dem Kiefer zu tun zu haben scheinen, werden CMD-Probleme manchmal jahrelang nicht erkannt. Wenn Sie unter solchen Beschwerden leiden und keine eindeutige andere Ursache gefunden wird, lohnt sich eine zahnärztliche Kiefergelenksuntersuchung.

Wann sollte ich mit Kiefergelenksbeschwerden in die Praxis kommen?

Je früher, desto besser – das gilt besonders für Kiefergelenksprobleme. Schon in einem frühen Stadium zeigt uns ein Blick in den Mund, ob Zähne bereits Abschliffspuren zeigen, ob Füllungen oder Kronen ungewöhnlich abgenutzt sind oder ob die Kieferbewegungen eingeschränkt sind.

Kommen Sie bald zu uns, wenn Sie:

  • regelmäßig mit Kiefer- oder Kopfschmerzen aufwachen,
  • ein Knacken oder Reiben im Kiefergelenk wahrnehmen,
  • merken, dass Ihre Zähne flacher oder kürzer werden,
  • oder wenn Ihr Partner Sie auf nächtliches Knirschen hinweist.

Wir untersuchen Ihre Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Ihren Biss sorgfältig und besprechen dann gemeinsam, ob eine Aufbissschiene oder weitere Maßnahmen sinnvoll sind.

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